Uwe Barschels Ende
Bonus-Beitrag zum Buch "Der Code des Bösen"
(exklusiv auf diesen Webseiten)
Kriminal-Tango in Nürnberg
Wenige Wochen nach meinem Auftritt in der Panorama-Sendung
[am 18. Oktober 1988] arrangierte Peter Wissling [ein mit
mir eng kooperierender Panorama-Redakteur; Name geändert]
ein Treffen zwischen [Barschels] Bruder Eike und mir. Der
vermeintliche Selbstmord seines Bruders ließ den Mann
einfach nicht los. Per Telefon hatten wir uns in der Bar
eines großen Hotels in Nürnberg, gleich gegenüber
vom Hauptbahnhof, verabredet. [Es handelte sich um das Le
Meridien Grand Hotel]. Später habe ich oft bedauert,
dass Wissling kein Kamera-Team mitgebracht hatte, um diese
Begegnung im Bild festzuhalten. Denn was dort geschah, erinnerte
stark an einen zweitklassigen Spionagefilm.
Kaum hatten wir in unseren tiefen Clubsesseln Platz genommen,
betrat ein Mann die Bar, stellte sich in unmittelbarer Nähe
zu unserer Sitzgruppe an die Theke, steckte sich lässig
eine Zigarette in den Mundwinkel und bat den Barmann um
Feuer. Er bestellte keinen Drink, verharrte aber während
unseres gesamten Gesprächs dort an seinem Platz.
Peter Wissling, Eike Barschel und mir hatte ein einziges
Augenzwinkern genügt, um uns darauf zu verständigen,
dass wir uns an diesem Ort nur über die Fakten des
Falls Barschel unterhalten würden, die ohnehin in jeder
Zeitung nachzulesen waren. Als wir eine halbe Stunde später
unsere Besprechung beendeten, tauchten plötzlich
zwei Möbelpacker auf und schulterten eilig die beiden
Sessel, auf denen Eike Barschel und ich gesessen hatten.
Vermutlich standen schon irgendwo die Experten bereit, um
die Wanzen wieder zu entfernen. Vor dem Hotel fiel uns ein
professionell wirkender Kameramann auf, der offenbar ganz
darin vertieft war, die Fassade des Nürnberger Hauptbahnhofs
zu filmen. Als wir ein paar Meter gegangen waren, schwenkte
er wie zufällig die Kamera und zwar direkt auf
Peter Wissling, Eike Barschel und mich. Hätte ich noch
die geringsten Zweifel an einer Ermordung Barschels gehabt
dieses Szenario hätte sie restlos beseitigt.
Wie ich erst später erfuhr, erhielt Peter Wissling
wenige Tage nach unserem Treffen einen anonymen Anruf, in
dem er aufgefordert wurde, seine Recherchen in der Barschel-Affäre
unverzüglich einzustellen mit dem perfiden Hinweis,
dass er doch an die Sicherheit seiner Familie und besonders
an die seiner kleinen Tochter denken solle...
Wie
es weiter geht, lesen Sie hier...
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